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Zeiterfassung und Abrechnung

Richtige Zeiterfassung ist die Basis für korrekte Lohnabrechnung. Hier erfahren Sie die gesetzlichen Anforderungen und Best Practices für Ihre Personalverwaltung.

8 min Lesezeit Anfänger Februar 2026
HR-Manager bei der Zeiterfassung und Lohnabrechnung mit digitalen Systemen

Warum Zeiterfassung entscheidend ist

Die Zeiterfassung ist mehr als nur Pflichterfüllung — sie’s die Grundlage für faire Bezahlung und rechtliche Sicherheit. Ohne genaue Aufzeichnungen können Fehler entstehen, die sowohl Ihr Unternehmen als auch Ihre Mitarbeiter betreffen.

In Deutschland regeln verschiedene Gesetze und Verordnungen, wie Arbeitszeit erfasst werden muss. Dazu gehören das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das Mindestlohngesetz (MiLoG) und Tarifverträge. Wer diese Anforderungen ignoriert, riskiert hohe Bußgelder und Rechtsstreitigkeiten.

Digitales Zeiterfassungssystem mit Uhrenvergleich auf dem Bildschirm

Die rechtlichen Grundlagen verstehen

Das Arbeitszeitgesetz verpflichtet Arbeitgeber, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter zu erfassen. Das klingt einfach, aber es gibt viele Details zu beachten. Pausen müssen dokumentiert werden, Überstunden müssen korrekt berechnet werden, und Ruhezeiten müssen eingehalten werden.

Wichtig: Seit 2022 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Arbeitgeber ein System zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit einführen müssen. Das gilt auch für Arbeitnehmer ohne Stundenzettel.

Die maximale tägliche Arbeitszeit liegt bei 10 Stunden (kann aber auf 6 Tage verteilt werden). Die wöchentliche Arbeitszeit sollte 48 Stunden nicht übersteigen. Zwischen zwei Arbeitstagen muss eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen.

Papierbasierter Stundenzettel mit Taschenrechner und Geld-Symbolen
Verschiedene Zeiterfassungsmethoden: Digital, Papier und mobile App

Methoden der Zeiterfassung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Arbeitszeiten zu erfassen. Welche Methode Sie wählen, hängt von der Größe Ihres Unternehmens und Ihren Anforderungen ab.

  • Digitale Systeme: Online-Plattformen, mit denen Mitarbeiter ihre Zeiten digital erfassen. Das’s zuverlässig und ermöglicht Echtzeit-Überwachung.
  • Mobile Apps: Besonders für Außendienst-Mitarbeiter geeignet. Sie können direkt vor Ort Ein- und Ausstieg dokumentieren.
  • Stempeluhren: Klassische Methode, aber weniger flexibel. Funktioniert gut für kleinere Teams.
  • Stundenzettel: Manuelle Erfassung auf Papier oder in Excel. Erfordert mehr Sorgfalt bei der Kontrolle.

Digitale Lösungen sind heute Standard. Sie bieten Automatisierung, Fehlerreduzierung und bessere Datenanalyse. Plus: Die Daten sind sicherer und leichter zu prüfen.

Der Weg zur korrekten Abrechnung

So funktioniert der Prozess von der Zeiterfassung zur finalen Lohnabrechnung

01

Daten erfassen

Mitarbeiter erfassen täglich ihre Arbeitszeiten. Ein- und Ausstiegszeiten werden dokumentiert, ebenso wie Pausen und Urlaub.

02

Validierung durchführen

Vorgesetzte überprüfen die Einträge auf Vollständigkeit und Korrektheit. Abweichungen werden geklärt, bevor die Daten weitergeleitet werden.

03

Abrechnung berechnen

Basierend auf den erfassten Stunden werden Bruttolohn, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge berechnet. Das erfordert Genauigkeit.

04

Zahlung ausführen

Der Nettolohn wird an die Mitarbeiter überwiesen, Steuern und Beiträge an die zuständigen Behörden gezahlt. Die Lohnabrechnung wird dokumentiert.

Best Practices für erfolgreiche Umsetzung

Damit Zeiterfassung und Abrechnung reibungslos funktionieren, sollten Sie einige Punkte beachten:

Transparenz mit Mitarbeitern

Erklären Sie klar, wie das System funktioniert und warum Genauigkeit wichtig ist. Mitarbeiter, die verstehen, warum sie ihre Zeit erfassen müssen, machen weniger Fehler.

Regelmäßige Schulungen

Neue Mitarbeiter brauchen eine kurze Einweisung. Updates zu Systemänderungen sollten dokumentiert werden. Das spart später viele Fragen und Fehler.

Konsistente Kontrollen

Überprüfen Sie Daten monatlich auf Konsistenz. Gibt’s Muster von falschen Einträgen? Sind Pausen dokumentiert? Fehlen Einträge für bestimmte Tage?

Sicherung und Archivierung

Zeiterfassungsdaten müssen mindestens 3 Jahre gespeichert bleiben. Digitale Systeme sollten regelmäßig gesichert und vor unbefugtem Zugriff geschützt sein.

Team-Meeting zur Besprechung von Zeiterfassungs-Prozessen und Best Practices

Fazit: Zeiterfassung als Investition

Zeiterfassung ist nicht lästige Bürokratie — sie’s eine Investition in die Fairness und Stabilität Ihres Unternehmens. Richtig umgesetzt, spart sie Zeit, reduziert Fehler und schützt Sie rechtlich.

“Wer seine Arbeitszeiten korrekt erfasst, kennt seine Kosten genau und kann bessere Geschäftsentscheidungen treffen. Das’s nicht nur gesetzlich geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.”

Nutzen Sie moderne digitale Lösungen, schulen Sie Ihr Team und führen Sie regelmäßige Kontrollen durch. So wird Zeiterfassung zur Routine statt zur Herausforderung. Mit den richtigen Systemen und Prozessen funktioniert alles wie von selbst.

Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zum Thema Zeiterfassung und Lohnabrechnung. Er ersetzt keine rechtliche Beratung und ist nicht als verbindliche Handlungsempfehlung gedacht. Die genauen Anforderungen können je nach Branche, Tarifvertrag und individuellen Umständen variieren. Konsultieren Sie einen Steuerberater oder Arbeitsrechtsexperten für Ihre spezifische Situation.