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Grundlagen der Gehaltsabrechnung

Die wichtigsten Komponenten einer Lohnabrechnung: von Bruttolohn bis Nettoverdienst. Verstehen Sie, welche Abzüge gesetzlich vorgeschrieben sind.

7 min Lesezeit Anfänger Februar 2026
Nahaufnahme eines Taschenrechners und Gehaltsabrechnung auf Papier mit Schreibstift

Was ist eine Gehaltsabrechnung?

Eine Gehaltsabrechnung ist weit mehr als nur eine Auflistung von Zahlen. Sie’s der offizielle Nachweis, dass Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn korrekt berechnet und alle erforderlichen Abzüge vorgenommen hat. Jede Abrechnung dokumentiert nicht nur, was Sie verdienen, sondern auch, wohin Ihre Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fließen.

In Deutschland regeln strenge gesetzliche Vorgaben, wie Löhne zu berechnen sind. Das ist für Arbeitgeber wichtig, aber auch für Sie als Arbeitnehmer – denn Sie können so überprüfen, ob alles korrekt abgerechnet wurde. Die Lohnabrechnung besteht aus mehreren Komponenten, die wir Ihnen hier näher erklären werden.

HR-Manager im Büro sitzt am Schreibtisch und überprüft Lohnabrechnung am Computer

Die Komponenten einer Lohnabrechnung

Jede Abrechnung folgt einem strukturierten Aufbau. Verstehen Sie, aus welchen Teilen sich Ihr Lohn zusammensetzt.

Persönliche Daten

Name, Adresse, Sozialversicherungsnummer und Steuernummer des Arbeitnehmers. Diese Informationen müssen auf jeder Abrechnung korrekt erfasst sein.

Bruttolohn

Der vereinbarte monatliche oder stundliche Lohn vor allen Abzügen. Das’s die Basis für alle weiteren Berechnungen auf Ihrer Abrechnung.

Sozialversicherung

Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden vom Bruttolohn abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil separat.

Lohnsteuer

Die Einkommensteuer wird nach Ihrer Lohnsteuerklasse berechnet. Sie hängt von Ihrem Familienstand und Einkommen ab und kann durch Freibeträge reduziert werden.

Kirchensteuer

Falls Sie Mitglied einer Kirche sind, wird eine Kirchensteuer abgezogen. Diese beträgt in Deutschland 8-9% der Lohnsteuer.

Nettolohn

Das ist der Betrag, den Sie tatsächlich auf Ihr Konto überwiesen bekommen. Er ergibt sich aus Bruttolohn minus alle Abzüge.

Die Schritte zur Berechnung

So funktioniert die Lohnabrechnung Schritt für Schritt.

01

Bruttolohn erfassen

Die Grundlage bildet der vereinbarte Bruttolohn. Dieser wird um Überstunden, Zuschläge oder Boni ergänzt, falls vorhanden. Bei stundlichen Löhnen wird die tatsächliche Arbeitszeit mit dem Stundensatz multipliziert.

02

Sozialversicherung berechnen

Vom Bruttolohn werden die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Diese betragen zusammen etwa 20% des Bruttolohns. Der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil zusätzlich – das nennt sich Arbeitgeberanteil.

03

Lohnsteuer ermitteln

Die Lohnsteuer wird nach Ihrer Steuerklasse berechnet. Es gibt 6 verschiedene Lohnsteuerklassen, abhängig von Ihrem Familienstand. Freibeträge wie der Grundfreibetrag oder Kinderfreibeträge reduzieren die Steuerlast.

04

Weitere Abzüge hinzufügen

Eventuell kommen noch Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag oder andere Abzüge hinzu. Auch persönliche Versicherungen oder Lohnpfändungen werden hier berücksichtigt. Jeder Abzug wird dokumentiert.

05

Nettolohn berechnen

Der Nettolohn ist das Endergebnis: Bruttolohn minus alle Abzüge. Das’s der Betrag, der tatsächlich auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen wird. Diese Berechnung erfolgt für jeden Mitarbeiter individuell.

Wichtige Abzüge im Detail

Die meisten Abzüge sind gesetzlich vorgeschrieben. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und wie sie berechnet werden.

Krankenversicherung

Der Arbeitnehmeranteil liegt bei etwa 7,3% des Bruttolohns. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, der von der Krankenkasse festgelegt wird. Der Arbeitgeber zahlt einen gleich hohen Anteil dazu.

Rentenversicherung

Mit etwa 18,6% ist dies einer der größten Abzüge. Dieser Beitrag sichert Ihre Altersvorsorge und Erwerbsminderungsrente. Der Arbeitgeber zahlt einen identischen Anteil.

Arbeitslosenversicherung

Der Satz liegt bei etwa 2,6% des Bruttolohns. Diese Versicherung sichert Sie ab, falls Sie arbeitslos werden. Auch hier zahlt der Arbeitgeber einen Anteil dazu.

Pflegeversicherung

Der Beitrag beträgt etwa 3,4% des Bruttolohns. Ab 23 Jahren kommt ein Zuschlag hinzu. Diese Versicherung hilft bei Pflegebedürftigkeit – eine wichtige Sicherheit für jeden.

Steuerberater sitzt am Schreibtisch und berechnet Lohnsteuer mit Taschenrechner und Unterlagen

„Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist oft größer als Arbeitnehmer denken. Im Durchschnitt gehen etwa 40% des Bruttolohns an Steuern und Sozialversicherung – deshalb ist es wichtig, diese Abzüge zu verstehen.”

— Deutsche Lohnsteuerhilfe e.V.

Praktisches Beispiel

So sieht die Berechnung in der Praxis aus.

Nehmen wir an, ein Arbeitnehmer hat einen Bruttolohn von 3.500 Euro im Monat. Er’s verheiratet (Lohnsteuerklasse III) und gesetzlich krankenversichert. Hier’s die vereinfachte Berechnung:

Bruttolohn 3.500,00
Krankenversicherung (7,3%) -255,50
Rentenversicherung (18,6%) -651,00
Arbeitslosenversicherung (2,6%) -91,00
Pflegeversicherung (3,4%) -119,00
Zwischensumme 1.383,50
Lohnsteuer (geschätzt) -285,00
Nettolohn 2.831,50

Dieser Nettolohn ist eine vereinfachte Berechnung. Die tatsächliche Lohnsteuer hängt von vielen Faktoren ab und kann variieren. Individuelle Freibeträge spielen eine wichtige Rolle.

Mitarbeiter sitzt am Schreibtisch und überprüft seine Lohnabrechnung mit Lupe

Verstehen Sie Ihre Abrechnung vollständig

Wenn Sie Ihre Lohnabrechnung genau prüfen und alle Abzüge verstehen, können Sie Fehler erkennen und Ihre finanzielle Situation besser planen. Nehmen Sie sich Zeit, jede Position zu überprüfen.

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Hinweis zur Informationen

Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und bietet keine Rechtsberatung. Die Berechnung von Löhnen folgt deutschen Gesetzen, die sich ändern können. Steuersätze und Sozialversicherungsbeiträge können variieren. Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Lohnabrechnung wenden Sie sich bitte an Ihren Arbeitgeber oder einen Steuerberater. Jede Situation ist unterschiedlich, und individuelle Beratung ist oft notwendig.